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DER RACHESHOP
29
Mai
Der Ersatzvater
posted by Fiese Luise

Herr und Frau Müller konnten keine Kinder bekommen.
deshalb beschlossen sie, einen „Ersatzvater“ bzw.
„Ersatzerzeuger“ zu bestellen, damit sie eine Familie
gründen konnten.

Am Tag, als der Ersatzvater erwartet wurde, küsste Herr Müller
seine Frau zum Abschied und sagte: „Also ich gehe jetzt, der
Ersatz-Mann müsste bald hier sein.“

Es war eine halbe Stunde später, als zufällig ein Baby-Fotograf,
der von Haus zu Haus zog, an der Tür klingelte, in der Hoffnung
auf einen Auftrag.

„Guten Morgen,“ grüßte er, „ich komme um …..“.
„Oh, Sie brauchen nichts zu erklären“ schnitt Frau Müller ihm
aufgeregt das Wort ab, „ich habe Sie bereits erwartet.“

„Wirklich“, staunte der Fotograf, „das ist ja grossartig !
Wussten Sie, dass Babys meine Spezialität sind ?“

„Nun, das hatten mein Mann und ich erhofft. Bitte kommen
Sie herein und nehmen Sie Platz.“

Nach eine Weile fragte sie errötend: „Na ja, wo sollen wir denn anfangen ?“

„Überlassen Sie ruhig alles mir. Ich versuche es gewöhnlich
zweimal in der Badewanne, einmal auf der Couch und vielleicht
ein paar Mal auf dem Bett. Manchmal ist es auch auf dem
Wohnzimmerteppich sehr reizvoll. Man kann sich dort nämlich so
wunderbar ausbreiten.“

„Badewanne, Wohnzimmerteppich…?
Kein Wunder, dass es bei Klaus und mir nie geklappt hat.“

„Nun ja, Frau Müller, niemand von uns kann jedes Mal einen
Erfolg garantieren. Aber wenn wir verschiedene Positionen
ausprobieren und ich aus 6 oder 7 Winkeln schieße, dann bin
ich überzeugt, dass sie von dem Ergebnis entzückt sein werden.“

„Du meine Güte, das ist eine Menge!“ keuchte Frau Müller.

„Sehen Sie Frau Müller, in meiner Branche sollte sich ein
Mann immer Zeit nehmen. Ich könnte in 5 Minuten rein und raus
sein, aber dann wären Sie mit Sicherheit enttäuscht.“

„Das wusste ich nicht“, sagte Frau Müller leise.

Darauf öffnete der Fotograf seine Aktentasche und zog eine
Mappe mit Baby-Fotos heraus. „Diese habe ich oben in einem
Bus gemacht“, erklärte er.

„Oh, mein Gott!“ rief Frau Müller und griff an ihre Kehle.

„Und diese Zwillinge hier, gerieten wider Erwarten ganz toll –
wenn Sie bedenke, wie schwierig es war, mit deren Mutter zu arbeiten!“

„Sie war schwierig?“ fragte Frau Müller.

„Ich fürchte ja, schließlich musste ich sie in den Park bringen, um
diesen Auftrag ordentlich zu erledigen. Die Leute standen in
Vierer- und Fünferreihen, um einen Blick zu erhaschen.“

„Vierer- und Fünferreihen?“ japste Frau Müller, die Augen
vor Erstaunen weit aufgerissen.

„Ja natürlich, und das für mehr als 3 Stunden. Die Mutter schrie
und zeterte herum – ich konnte mich kaum konzentrieren. Und
als es zu dämmern begann, musste ich mich mit meinen Schüssen
beeilen. Als aber auch noch die Eichhörnchen an meinem
Equipment knabberten, musste ich eiligst alles einpacken.“

Frau Müller lehnte sich nach vorne: „Sie meinen sie kauten
an Ihrem ..ehm.. Equipment ???“

„Ja, Frau Müller, das stimmt. – Nun, wenn Sie bereit sind, will
ich mein Dreibein aufstellen und wir können sofort mit der Arbeit
beginnen.“

„Dreibein ???“

„Natürlich Frau Müller, ich benutze ein Dreibein, um mein
Gerät darauf zu platzieren. Es ist viel zu schwer um es länger
in der Hand zu halten.“

Daraufhin fiel Frau Müller in Ohnmacht!


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